04.10.2018
Landvolk übergibt Erntekrone

 

Zum vierten Mal hat der Kreislandvolkverband Vechta dem Landkreis Vechta eine traditionelle Erntekrone im Foyer des Kreishauses überbracht. Übergeben wurde sie vom Vorsitzenden Dr. Johannes Wilking, den stellvertretenden Kreisvorsitzenden Thomas Nordhus und Joseph kleine Holthaus, dem Kreisgeschäftsführer Dr. Friedrich Willms und den Beisitzern im Vorstand, Markus Torbecke und Anna Meyer. Gebunden wurde die Krone von den Mitgliedern des Ortsverbandes Dinklage, der von seinem Vorsitzenden Clemens Meyer zu Höne-Hachmöller und seinem Stellvertreter Markus Kamphaus vertreten wurde.

 

Landrat Herbert Winkel freute sich über die mit Getreide geschmückte Erntekrone: „Die Übergabe der Erntekrone ist immer wieder ein Anlass, um aktuelle landwirtschaftliche Themen zu diskutieren. Im Fokus stand dieses Mal natürlich der extrem trockene Sommer und die damit verbundenen Ernteausfälle. Es ging ebenso um die neue Düngeverordnung und die Frage, wie sich das Thema Tierwohl auf Tierzahlen und baurechtliche Genehmigungen im Landkreis Vechta auswirkt. Auch die Gefahr der Afrikanischen Schweinepest behalten wir gemeinsam im Auge, besonders mit unseren Veterinären. Das Kreislandvolk und der Landkreis arbeiten hierbei in einer Steuerungsgruppe zur Tierseuchenvorbeugung zusammen. Die Erntekrone ist auch ein Symbol für guten und vertrauensvollen Austausch zwischen Politik und Landwirtschaft.“

 

Der Vorsitzende des Kreislandvolkverbandes Dr. Johannes Wilking erläuterte die Ernteergebnisse in diesem Jahr. Insgesamt wurden sehr viel geringere Ernteergebnisse beim Getreide erzielt, wobei die Unterschiede zwischen den einzelnen Flächen allerdings enorm waren. Die Dürre hat sich sowohl bei der Mais-, der Getreide- und der Kartoffelernte sehr stark bemerkbar gemacht. „Das Wetter hatte auch in diesem Jahr kein Herz für Ackerbauern“, so Wilking. „Wir sind, wenn man an das letzte Jahr denkt, buchstäblich vom Regen in die Traufe gekommen. Die Erträge sind beim Getreide um über ein Viertel eingebrochen, beim Mais um über 36% und bei den Kartoffeln sogar um über 40%. Selbst die Obst- und Gemüsebauern hatten dieses Jahr witterungsbedingt große Schwierigkeiten. Einzig bei Äpfeln, Birnen und Pflaumen gab es eine sehr gute Ernte.“

 

Zur allgemeinen Lage der Landwirtschaft sagte Wilking: „ Die Situation für die Schweinehalter ist trotz der jüngsten Entscheidung in Berlin zur Ferkelkastration immer noch unsicher, der Fristaufschub löst keine Probleme. Wir hoffen, dass die Politik die Zeit nun endlich nutzt und die notwendigen Entscheidungen trifft. Bei den Milchviehhaltern sieht die Lage etwas besser aus, als vor zwei Jahren. Dennoch werden auch diese noch Zeit brauchen, um sich von der letzten Preiskrise zu erholen. Hoffnung macht uns allerdings, dass der Bundesrat überraschend die steuerfreie Risikosicherungsrücklage beschlossen hat. Nun ist der Bundestag am Zug, damit wir in Deutschland auch endlich über einen vernünftigen allgemeinen Unwetterschutz verfügen.“