09.11.2018
Kreislandvolkverband Vechta feiert 70-jähriges Bestehen

In der vergangenen Woche konnte der Kreislandvolkverband Vechta ein ganz besonderes Jubiläum im Rahmen seiner diesjährigen Mitgliederversammlung begehen. Vor 70 Jahren gründeten die Vertreter der Ortsvereine den damals sogenannten Kreisverein Vechta des Südoldenburger Landvolks, wie die damalige Zeitung Neues Tageblatt, Ausgabe Südoldenburg den neuen Verband beschrieb. Dass die Ortsverbände zumeist älter als der Kreisverband sind, spiegelt sich auch in ihrem Selbstbewusstsein wieder. „Bis heute ist der Kreislandvolkverband Vechta geprägt durch seine starken und unabhängigen Ortsvereine und die basisdemokratischen Entscheidungswege.“ Darauf wies der Vorsitzende  Dr. Johannes Wilking in seiner Ansprache nicht ohne Stolz hin.

Neben den turnusgemäßen Wahlen, in denen der erste stellvertretende Vorsitzende Thomas Nordhus und Beisitzerin Anna Meyer bestätigt wurden, gab es im öffentlichen Teil der Delegiertenversammlung zwei Ehrungen. Jürgen Schröder wurde für 10 Jahre als Ortsvorsitzender in Holdorf geehrt und erhielt die silberne Ehrennadel des Landvolks. Diese erhielt auch Birgit Meyer als Dank und Anerkennung für ihre Leistung bei der Gründung und dem Aufbau von RUBA e.V., einem Verein der 3.500 Kindern und Erwachsenen jedes Jahr die Landwirtschaft näher bringt.

Zum diesjährigen Jubiläum war ein besonderer Gast eingeladen worden. Umweltminister Olaf Lies hielt den Festvortrag, den er mit dem Titel „Zukunft unserer Landwirtschaft, sind die Anforderungen der Gesellschaft und des Naturschutzes überhaupt noch zu meistern?“ überschrieben hatte. In seiner Rede nannte Lies dann auch die Dinge beim Namen. Er beschrieb ganz genau das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Wünschen und den Konsequenzen, die diese für die Landwirtschaft nach sich ziehen, sei es bei Emissionsschutz, Baurecht oder dem Tierschutz. Seine Antwort darauf war eindeutig. Die Gesellschaft müsse bereit sein, Leistungen der Landwirtschaft für Tier- und Naturschutz zu honorieren. Darüber hinaus dürfe man die Landwirte auch nicht bei Problemen durch gesellschaftliche Wünsche, wie beispielsweise dem Wolf, im Regen stehen lassen. Generell warb Lies für sachlichere Debatten. So sei es leichter, am Ende auch eine Lösung, mit der alle leben können, zu finden. Dabei sollten die Akteure ruhig mutig sein und auch mal Neues probieren. Eine seiner Kernbotschaften lautete dementsprechend auch „Kleines Denken hilft nicht weiter“. Gleichwohl betonte er auch die Leistungen der Landwirtschaft, gerade im Landkreis Vechta. Wörtlich sagte er: „Die Landwirtschaft ist der Urquell für den Boom in der Region.“

von links Bürgermeister Helmut Gels, Kreigeschäftsführer Dr. Friedrich Willms, Landtagasabgeordneter Dr. Stephan Siemer, 1. Stellv. Vorsitzender Thomas Nordhus, Umweltminister Olaf Lies, Vorsitzender Dr. Johannes Wilking, Landrat Herbert Winkel, 2. Stellv. Vorsitzender Joseph kleine Holthaus, Beisitzerin Anna Meyer, Beisitzer Markus Torbecke